Mittwoch, 18. März 2009

Gabon, Feb. 2009



Die Strecke von der Grenze Kameruns fuehrte uns, vorbei an vielen netten und einigen "wichtigen" Polizisten in 5 Tagen nach Lambaréné. Die Strasse, vormals ein Weg durch den Dschungel, ist jetzt eine Autobahn durch den Dschungel! Eine der besten Strassen bisher! Doch dies ist eine zweifelhafte Ehre denn, eine solche Strasse baut man nicht einfach so, und bestimmt nicht um naeher an Kamerun zu sein! Nein, diese Strasse wurde (fast aussschliesslich) dazu gebaut, damit sich die Regenwaelder schneller in den Rest der Welt verfluechtigen koennen.....die kriegen naemlich, im Gegensatz zu allen andern Afrikanern, locker ein Visa. Und so sausten wir dann halt zwischen haufenweise Holzlastern durch den Dschungel. Oh, natuerlich vorbei an Ortschaften - Huettensiedlungen - mit biertrinkender Bevoelkerung....ja, auch am Montag Morgen kann man in Afrika schon Bier trinken... und ja, auch wenn man danach einen Bus oder einen Holzlaster fahren muss, kein (!) Problem.




Auf Lambaréné, gelegen inmitten einer schoenen Wasserlandschaft, haben wir uns sehr gefreut: Endlich wieder einmal ein paar Tage die Fuesse hochlagern, das Land geniessen und halt einfach sein. Wir haben uns auch gleich ein Plaetzchen im Hof der Mission (haha) gesichert. Zusammen mit einer Fussballmanschaft. Und es war sooo schoen....bis es dunkel wurde und sich die Muecken wie die Berserker auf uns stuertzten. Und dies mit einer ungeahnten Kraft und Ausdauer - durch Hleider hindurch und im dichten Nebel der Moskitocoils. Nix zu machen! Es blieb uns also nichts anderes uebrig, als zu den Waffen des Landes zu greifen und spanischen Rotwein aus dem Tetrapack zu vernichten....den gibts hier, wie auch das Bier, in jedem Laden.


Am zweiten Tag kam die Hitze. Auch sie, wie die Moskitos, von ungeahnter Kraft und Ausdauer....bis sie dann gegen Abend einem tropischen Regenguss Platz machte. Dieser dauerte die Ganze Nacht, wurde nach Einbruch der Dunkelheit noch die Moskitos unterststuetzt und hat uns deutlich klar gemacht, dass unser Kerim nicht ganz dicht ist! ...eine unschoene Erkenntnis, besonderes zu Beginn eine Durchquerung Zentralafrikas (mit all seinen Reizen) zur Regenzeit. Nach einer schlaflosen Nacht hiess es also nichts wie Silikon kaufen und die Stellen zupappen, die den Dachtraeger mit dem Auto verbinden - was wir ja in Ghana schon man von einem "Spezialisten" haben machen lassen.


Dabei mussten wir zu unserer grossen Ueberraschung feststellen, dass auch die Federn, die uns ein andere Spezialist in Ghana eingebaut hat bereits wieder Schrott waren!!! Dies ist jedoch ein andere Thema und wir haben beschlossen, einfach so zu tun als waere nichts - machen ja hier alle so. Am Abend dann bereits die Feuertaufe - die ganze Nacht Regen wie unter der Dusche....und siehe da, wieder hat es getropft! ...wie wir jedoch herausgefunden haben war wenigstens unsere Abdichtungsarbeit nicht ganz umsonst denn: Diesmal wars das Dachfenster das undicht war.....also nichts wie abkleben und hoffen. Wobei der Test, eine Nach Dauerregen, erfolgreich verlaufen ist.

Doch der Regen, der dieses Jahr (natuerlich) frueher gekommen ist, trieb uns an und wir legten die restlichen 400km Gabon in 2 Tagen zurueck. Auch hier hatten sich die beruechtigt-schlechten Strassen zu unserer grossen Freude in planierte Dreck-Pisten verwandelt....Abgesehen der letzten 20km vor der Grenze zum Kongo. Wo Daina mit Kerim fast in ein Wasserloch gefallen waere, welches sie mit Schwung zu durchqueren gedachte - leider versteckte sich im Wasser ein metertiefer "Abhang" und so stand Kerim auf der Kippe. Mit Hilfe von 5 anwesenden Gabonesen wurde er gerettet....dies sollte erst ein Vorgeschmack auf den Kongo sein.







Die Helfer wurden uebrigens nach zentralafrikanischer Manier mit je einem Bier entlohnt (oder wenigstens dem entsprechenden Geldbetrag). Die restliche Strecke bis zur Grenze lief gut und auch die Grenze selbst war kein grosses Problem. Eigenartiger Weise war auf gabonischer Seite kein Zoll vorhanden war - scheint sich dort nicht zu lohnen obwohl es sich um einen offiziellen Grenzuebergang handelt. Die Polizei teilte uns mit, wir haetten das Voiture bereits in Liebreville (500km weiter noerdlich!!) ausstempeln lassen muessen. Aber 1) waren wir dort nicht und 2) steht in Gabon alle fuenf Kilometer eine Polizei- oder Zollkontrolle bei der alle Papiere aufs kleinlichste nach Fehlern durchforstet werden....kurz, ein Ding der Unmoeglichkeit! Aber schliesslich konnte uns die Pulizei den Stempel auch geben.








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