Sonntag, 18. April 2010

Jordanien 2010




Wir erreichten den Hafen der jordanischen Stadt Al Aqaba gegen neun Uhr abends. Hier hiess es nochmals zweieinhalb Stunden warten bis die Luken geöffnet wurden und dann ging plötzlich alles sehr schnell. Da wir bei den letzten Fahrzeugen waren, welch auf die Fähre gefahren sind durften wir jetzt als erste raus - for all den Lastwagen! Freudig, endlich Ägypten hinter uns gelassen zu haben, durchliefen wir die jordanischen Zoll- und Grenzformalitäten. Im krassen Gegensatz zur ägyptischen Seite lief das Ganze hier einfach, geordnet und zielstrebig ab. Dazu wurden unter anderem alle Fahrzeuge geröntgt (wir durften vorher aussteigen) und von Zollbeamten inspiziert. Wie schon zwölf Stunden zuvor zitterten wir wieder um unsere 80 Liter billigsten (!) ägyptischen Benzins. Diese befanden sich in vier Kanistern und relativ gut sichtbar auf unserem Dachträger. In weiser Vorraussicht hatten wir die Kanister jedoch mit unseren "Schlamm- und Sandbrettern" abgedeckt und festgespannt und kommentierten Fragen über deren Inhalt damit dass die meisten davon wohl leer wären wir dies aber auch nicht sicher wüssten. Schon die Ägypter hatten sich kurz damit beschäftigt und liessen, wie auch die Jordanier jetzt und die Syrier Tags darauf, von einer genauere Inspektion ab. Zuviel Aufwand!

Und so wurden wir bereits nach einer Stunde von der Jordanischen Hafen- und Zollmaschinerie ausgespuckt und standen auf mitternächtlichen, verlassenen jordanischen Strassen. Geschafft und nie mehr Ägypten! Erschöpft (von fast 12 Stunden warten verabschiedeten wir uns von zwei Motorradfahrern aus Spanien. Diese hatten wir im Hafen von Nuweiba getroffen und gemeinsam hatten wir die ägyptischen Zollformalitäten durchgestanden (und Geldforderungen getrotzt) und den Rest des Tages im Restaurant der Fähre verbracht. Sie wollten sich ein Hotel suchen und wir einen gemütlichen Ort um zu campieren. Die Richtung dafür wies uns bereits ein Jordanischer Zöllner und so fanden wir schon nach wenigen Minuten Fahrt entlang der Küste einen Grossen Parkplatz zwischen Dünen und Strand wo sich bereits einige andere Fahrzeuge breitgemacht hatten. Wir parkierten und schlummerten schon wenige Minuten später einen tiefen, gesunden "nie-mehr-durch-den-ägyptischen-Zoll-Schlaf".

Von Jetzt an war das Ziel Europa! Aus verschiedenen Gründen und besonders auch aufgrund der winterlichen Temperaturen wollten wir auf dem schnellsten und direktesten Weg nach Hause fahren. Diese Lände,r welche wir dabei durchqueren würden, möchten wir uns lieber ein andermal in aller Ruhe anschauen.

Unseren ersten und einzigen Tag in Jordanien verbrachten wir damit ein Bisschen durch Al Aquaba zu schlendern, was sich als sympathische aber sehr touristische Hafenstadt herausstellte.



Doch schon nach kurzer Zeit setzten wir uns ins Auto und fuhren über jordanische Autobahnen Richtung Norden. Im Vorfeld waren wir gewarnt worden, dass die Navigation durch Amman schwierig wäre und man sich leicht verfahren könne - doch kaum waren wir drin, waren wir auch schon wieder aus Amman heraus (ohne nennenswerte Orientierungsprobleme) und auf dem Weg nach Syrien. Die Strasse führte uns durch eine schöne, hügelige Landschaft und wir genossen es das ganze an uns vorbeigleiten zu lassen. An einer Tankstelle hielten wir an um den fälligen Ölwechsel machen zu lassen . . . und wurden dabei glatt auf aggressivste Art und Weise übers Ohr gehauen - dass der gute Mann Ägypter war konnte uns nur schwer erstaunen erhärtete aber leider ein Vorurteil das sich tief in unsere Gedächtnisse eingeprägt hatte.



Kurz vor dem Eindunkeln erreichten wir die Grenze zu Syrien. Diese Grenze war die letzte, an der es wirklich schwierig werden könnte. Denn, wir hatten kein Visum wussten aber, dass fast alle Nationalitäten eines an der Grenze kaufen konnten. Ob dies wohl auch für uns gelten würde?